Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen [Testumgebung]

Landwirtschaftliche Fachschulen

Fachschüler der Friedrich-Aereboe-Schule stellen landwirtschaftliche Projekte vor

Sie möchten wissen, welche Vorteile automatisierte Melksysteme bieten, welch leckere Kreationen Sie aus Spargel zaubern können oder wie Ihr Hoffest zum Erfolg wird? Die Fachschüler der Friedrich-Aereboe-Schule haben die Antworten!

Am 16.03.2016 stellten die Fachschüler der Friedrich-Aereboe-Schule des Landesbetriebes Landwirtschaft Hessen (LLH) in Griesheim im Rahmen des Projektunterrichtes vor Vertretern des Kollegiums und des Berufsstandes ihre Projektarbeiten vor.

Jeder Jahrgang erhält die Aufgabe, sich in mehrere Fachteams aufzuteilen und Projektarbeiten nach ihren Interessen, jedoch mit landwirtschaftlichem Fachbezug zu erstellen. Auch in diesem Jahr waren die Schüler wieder sehr aktiv und haben am 16. März 2016 ihre Projektergebnisse nach intensiver Bearbeitungsphase präsentiert. Die Projektarbeiten wurden vom Verein für landwirtschaftliche Fortbildung (VLF) Aereboenia Starkenburg unterstützt.

Projekt „Automatisierung im Milchviehstall“

Projekt "Automatisierung im Milchviehstall"Torben Eppstein aus Weilmünster, Lorenz Hillerich aus Überau, Jan Höhler aus Niederbrechen und Phillipp Laumann aus Wixhausen stellten ihr Projekt „Automatisierung im Milchviehstall“ vor. Schwerpunkt war die Melk- und Fütterungstechnik und deren Einfluss auf Kosten, Arbeitsabläufe und den aktuellen Stand der Investitionen in den befragten Betrieben. Die jungen Landwirte präsentierten einen Systemvergleich verschiedener automatischer Melksysteme (AMS) samt Kosten-Nutzen-Vergleich. AMS werden bereits seit den achtziger Jahren eingesetzt. Derzeit liegt ihr Marktanteil bei ca. 40% aller landwirtschaftlichen Neuinvestitionen. AMS bieten viele Vorteile, so entfallen feste Melkzeiten und die Anzahl der Melkungen pro Kuh und Tag steigt.

Die Projektgruppe besuchte zahlreiche Betriebe im Rheinland und in Hessen und sammelte Informationen über verschiedenen Melksysteme, Investitions- und Folgekosten. Das Team stellte auch Erfahrungen der Betriebsleitungen bei der Einführung der neuen Systeme vor: Alle Betriebe hatten zunächst Anlaufschwierigkeiten. Eine Begeisterung für Innovation und Technik ist daher eine Grundvoraussetzung für eine Investition in AMS.

Projekt „Der Spargel – Vom Feld auf den Teller“

Projekt "Der Spargel - Vom Feld auf den Teller"Bei diesem Projekt arbeiteten junge Landwirte zusammen, die auch betrieblich mit dem Spargelanbau zu tun haben. Christian Funk aus Büttelborn, Dominik Laumann aus Wixhausen und Wilko Sehring aus Langen entwickelten ein Vermarktungskonzept. Sie erstellten ein Buch! „Der Spargel – vom Feld auf den Teller“ tischt leckere Rezepte rund um den Spargel auf. Ziel des Projektes war es neben der professionellen Bucherstellung auch die Vermarktung des Buches über den „Mitverkauf“ in Spargelbuden zu organisieren. Dabei wurde dem Projektteam schnell klar, dass ein Buch neben attraktiven Rezepten auch gute Bilder enthalten muss. Neben dem Kochen der Rezepte und dem Fotografieren der garnierten Teller mussten auch Buchdesign und Druck organisiert werden. Es wurde deutlich, dass es große Preisunterschiede bei den Druckkosten gibt, welche sich auch auf die Vermarktung des Buches auswirken. Zum Mitverkauf an Spargelständen eignet sich ein Buchverkauf nur bei einem Verkaufspreis von bis zu 10,- Euro. Doch der Erfolg konnte sich sehen lassen: Ein professionelles Buch ist entstanden, welches bei Weiterentwicklung auch aus Sicht des VLF durchaus Vermarktungschancen hat.

Projekt „Ein Hoffest planen und durchführen“

Projekt "Ein Hoffest planen und durchführen"Das Projektteam mit Alexander Dingeldey aus Klein-Gumpen, Gregor Meyer aus Wehrheim, Tobias Rauth aus Asbach und Christoph Seemann aus Kefenrod organisierte ein Bauernhoffest für den Ferienhof Dingeldey in Reichelsheim/Klein-Gumpen. Sie dokumentierten sowohl die Aufgaben, die Schwierigkeiten wie auch die Ergebnisse. Im Vordergrund des Projektes standen Planungsaktivitäten wie Marketing, Flyer- und Postererstellung, Organisation von Attraktionen, Personalplanung und -einteilung, Kalkulation von Preisen und die Bedarfsermittlung von Getränken und Speisen.

Wichtig war es den angehenden Betriebswirten, auf dem Hoffest auch mit der Bevölkerung über das Thema Landwirtschaft ins Gespräch zu kommen. So demonstrierten sie sehr anschaulich, wie viel und welches Futter eine Kuh fressen muss, um 40 Liter Milch täglich zu erzeugen. Neben der Feststellung, dass künftig mehr Würstchen als Schnitzel benötigt werden, wurde dem Projektteam klar, wie viel Aufwand hinter einem gelungenen Fest steht. Alle Besucher auf dem Ferienhof Dingeldey waren vom Engagement der Gruppe angetan.

Projekt „Aussaatversuch Mais“

Projekt "Aussaatversuch Mais"Sehr wissenschaftlich und fundiert organisiert und durchgeführt wurde das Projekt „Mais-Auswirkungen von Saattechnik und Saatstärke auf Silomaiserträge“ von Moritz Belz aus Eschenau, Christoph Blecher aus Hüttenberg, Axel Habenstein aus Linsengericht sowie Eric Keppeler aus Karben. Versuchsdurchführung und Präsentation der Ergebnisse konnten dabei durchaus mit professionellen Versuchsanstellungen mithalten. Das Projektteam ermittelte die Auswirkungen von Aussaatstärken in zwei Saatverfahren auf den Silomaisertrag. Dafür stellte der Betrieb Seeger im vorderen Odenwald in Otzberg Nieder-Klingen 1,35 Hektar als Versuchsfläche zur Verfügung. Insgesamt wurden 8 Versuchsparzellen und eine Nullparzelle mit 60.000 bis 140.000 Körnern je Hektar ausgesät. Auch die Düngung wurde genau festgelegt, um vergleichbare Wachstumsbedingungen zu schaffen. Bei verschiedenen Bonituren wurden der Feldaufgang, die Pflanzenhöhe und der Kolbenansatz dokumentiert. Bei der Ernte wurden je Parzelle entsprechende Wiegungen und Probeentnahmen für Qualitätsuntersuchungen vorgenommen. Fazit der Gruppe: die auf dem Betrieb angewandte Saatstärke mit 100.000 Körnern/Hektar stellt ein gutes Mittelmaß dar und sollte weiter verfolgt werden – eine gute Bestätigung für den Betrieb, der die Versuchsflächen zur Verfügung stellte. Bei einer zu hohen Aussaatstärke von 140.000 Körnern/Hektar konnte ein deutlicher Qualitätsabfall festgestellt werden.

Lob für Innovation und Engagement

Begutachtung der VersuchsergebnisseHerr Winfried Knaup, Vorsitzender des VLF Aereboenia-Starkenburg und Schulleiterin Friedlind Schäfer bedankten sich bei den Projektteams für ihr Engagement und die Vielfältigkeit der Projekte. Der VLF unterstützt die Projektteams mit einem finanziellen Beitrag für die Projektkosten und sieht dies als gut angelegtes Geld. Die Berichte machten deutlich, dass die jungen Landwirte in der Lage sind, sich kritisch und konstruktiv mit Themen auseinanderzusetzen und Projekte anzustoßen und umzusetzen, so Winfried Knaup.


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