Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen [Testumgebung]

Boden & Düngung

Nmin-Wert zu Vegetationsbeginn

Der Gesetzgeber fordert vor der Düngung wesentlicher N-Mengen die Erstellung einer Düngebedarfsermittlung und somit den Nachweis der Düngebedürftigkeit der betreffenden Schläge oder Bewirtschaftungseinheiten. Hierfür wird ein repräsentativer Nmin-Wert benötigt. Um diesen zu erhalten, hat der Landwirt drei Möglichkeiten:

Nmin-Wert aus eigener Probenahme

Die genauste Methode ist sicherlich die eigene oder beauftragte Probenahme und der daraus analysierte Nmin-Wert. Die Probenahme erfolgt in drei Schichten: 0 – 30 cm, 30 – 60 cm und 60 – 90 cm. Die notwendige Ausrüstung (Bohrstock 0 – 90 cm und Schlaghammer) können Sie bei Ihrer LLH-Beratungskraft ausleihen. Es besteht sogar die Möglichkeit, dem beauftragten Fahrdienst des LHL die Proben mitzugeben. Wichtig ist, die Kühlkette vom Ort der Probennahme bis zum Labor einzuhalten. Jede Erwärmung der Bodenprobe führt unweigerlich zu Mineralisierungsschüben, die das eigentliche Nmin-Ergebnis verfälschen können. Sollten zwischen Probenahme und möglichem Eintreffen in Harleshausen mehr als drei Tage vergehen, ist die Probe im tiefgekühlten Zustand zu transportieren.

Nmin-Referenzflächen

Das Nmin-Referenzflächenprogramm wurde initiiert, um den hessischen Landwirten jährlich aktuelle Anhaltspunkte hinsichtlich der Nmin-Gehalte der unterschiedlichen Böden in Hessen zu geben.
Für das Nmin-Referenzflächensystem werden rund 600 Orte, verteilt über ganz Hessen, jährlich beprobt. Die Ergebnisse werden in dem Referenzflächen-Finder zusammengeführt. Der Referenzflächen-Finder filtert die hinterlegten Daten nach Jahr und Postleitzahl. So ist es möglich für den eigenen Schlag einen annähernd ähnlichen Referenzschlag und dessen Nmin-Ergebnis zu finden. Außerdem finden Sie im Referenzflächen-Finder standortspezifische Gegebenheiten, wie Niederschlagsmittel, Bodenartgruppe, Steingehalt in Krume sowie Unterboden, durchwurzelbare Tiefe, Höhe über NN und Ackerzahl der jeweiligen Referenzfläche. Sollten Sie keine passende Referenzfläche finden, kann die nächste Möglichkeit Abhilfe leisten.

Langjährige und aktuelle Nmin-Werte

Nachfolgend sind die aktuellen Nmin-Bodengehalte für die wichtigsten Ackerfrüchte im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten gelistet. Die Werte des laufenden Jahres werden regelmäßig aktualisiert. Im Detail sind die Tabellen nach folgenden Kriterien unterteilt:

  • Hauptfrucht
  • Vorfrucht
  • Verbleib des Ernterestes
  • Organischer Düngung zur aktuellen Hauptfrucht
  • Mineralischer N-Düngung zur aktuellen Hauptfrucht

Sobald für die jeweilige Kombination mindestens 15 Einzelwerte zugrunde liegen, erscheint für das laufende Jahr der Nmin-Wert in der Tabelle. Ist eine Differenzierung (noch) nicht möglich, wird der Mittelwert unter dem Zusatz „generell“ bzw. „allgemein“ angegeben. Auch hier ist eine Mindeststichprobenanzahl von 15 Einzelwerten nötig.
Das Heranziehen der langjährigen Nmin-Werte ist die als letzte genannte Möglichkeit. Die langjährigen Nmin-Werte dokumentieren einen stabilen Wert, welcher über Jahrzehnte gebildet wurde. Hinter jedem angegebenen Wert liegen mindestens 25 Einzelwerte. Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, dass der Jahreseinfluss nivelliert wird.

Klicken Sie auf eine Hauptfrucht, um die Tabelle einzusehen. (Stand 28.03.2019)
Am Seitenende finden Sie die Tabellen auch nochmal in einer PDF zum Download zusammengefasst.

    Nachfolgend finden Sie PDFs mit den aktuellen Nmin-Bodengehalten sowie ein Archiv der Jahre 2014 – 2018 für die wichtigsten Ackerfrüchte im Vergleich zu langjährigen Mittelwerten.


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